Die Dosage beim Champagner
Nach der zweiten Gärung in der Flasche und dem Degorgieren wird dem Champagner eine sogenannte Versanddosage zugefügt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Wein und Zucker, die den endgültigen Stil des Champagners maßgeblich beeinflusst. Dieser Schritt ist weit mehr als eine rein technische Ergänzung – er entscheidet über Balance, Harmonie und Ausdruck.
Die Menge an zugesetztem Zucker bestimmt, ob ein Champagner als Brut, Extra Brut oder Demi-Sec bezeichnet wird. Ein Brut enthält nur eine geringe Menge Restzucker und wirkt in der Regel trocken, klar und präzise. Extra Brut ist noch reduzierter und zeigt oft eine besonders geradlinige, mineralische Stilistik. Demi-Sec hingegen besitzt eine spürbare Süße und eignet sich gut als Begleiter zu Desserts.
Die Dosage dient jedoch nicht primär dazu, Süße zu erzeugen. Vielmehr gleicht sie die natürliche Säure des Weins aus und sorgt für ein harmonisches Gesamtbild. Gerade in der Champagne, wo die klimatischen Bedingungen für eine lebendige Säure sorgen, ist dieses Gleichgewicht entscheidend. Manche Winzer verzichten bewusst weitgehend auf Dosage, um die pure Ausdruckskraft des Terroirs zu betonen. Andere nutzen sie gezielt, um ihrem Champagner eine weichere, rundere Note zu verleihen.
Die Dosage ist somit kein nachträglicher Eingriff, sondern ein integraler Bestandteil der Stilistik. Sie zeigt, wie fein abgestimmt die Herstellung von Champagner ist und wie sehr jedes Detail das Endergebnis prägt.

